POLYGON – Die Lieblingsspiele der Spieleblogs 2012
Geschrieben von: polyneux   
Montag, den 17. Dezember 2012 um 15:21 Uhr

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Alle Jahre wieder beginnt man einen Artikel mit „Alle Jahre wieder“, um darauf hinzuweisen, dass es sich bei den nun folgenden Zeilen um etwas handelt, was jährlich erklärt wird. Dieses Etwas ist der „Polygon“, eine Abstimmung, die von unserer kleinen, bescheidenen Megaseite abgehalten wird, um zu überprüfen, ob die deutsche Bloggerwelt auch die Spiele spielt, die wir mögen.

 
Ein Wrestler auf Abwegen
Geschrieben von: Stiftnürsel   
Freitag, den 14. Dezember 2012 um 08:20 Uhr

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Liebes Tagebuch,

es reicht. Ich brauche einen Karrierewechsel. Meine Zeit als professioneller Wrestler neigt sich dem Ende zu. Ich habe lange mit dem Gedanken gespielt und jetzt endlich den Entschluss gefasst, mein Leben zu ändern. Warum auch nicht? Ich habe alles erreicht. Erinnerst du dich noch an meinen ersten Kampf gegen Rolf Mysteriös? Mein Tag-Team mit Kante? Wie ich Die Große Veranstaltung auf meine Schultern hob und durch einen Tisch warf? Den Tag, an dem ich gegen die Harten Jungs Joseph und Matthias antrat? Und nicht zu vergessen: Mein wohl bestes Match gegen den Unternehmer? Ich kann nicht mehr. Ich weiß nicht, wie ich mich in meinem Beruf noch steigern soll. Darum der Tapetenwechsel.

Ich habe lange überlegt, wo ich mich bewerben soll. Wo kann ich meine Qualitäten als Unterhalter der Massen nur einbringen? Ja, für mich stand Wrestling schon immer für Unterhaltung. Rastete das Publikum aus, wusste ich, dass ich das Richtige tat. Dieses Gefühl wollte ich nicht verlieren. Zum Glück hatte ich schon seit einiger Zeit meinen Blick auf eine andere Sportart geworfen, die die gleichen Ziele verfolgt wie Wrestling: Den Rallyesport!

 
Tod im Anzug
Geschrieben von: Sven   
Dienstag, den 11. Dezember 2012 um 07:00 Uhr

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Noch 90 Sekunden. Kurz zurücklehnen, Luft holen, konzentrieren. Ich kauere in einem Besenschrank. Durch einen Spalt behalte ich die schmutzigen Toilettenräume eines Stripclubs im Blick. 60 Sekunden. Meine Klamotten müffeln ziemlich stark. Vielleicht weil sie dem bewusstlosen Rausschmeißer gehören, der sich den Schrank mit mir teilt. 45 Sekunden. Ruhig bleiben. Bisher läuft alles wie geschmiert. Ich gehe alles nochmal im Kopf durch: Exakt 110 Sekunden nachdem ich dem Typ neben mir die Kleidung gestohlen und ihn im Schrank verstaut habe, wird Dom Osmond die Toiletten betreten. Zum letzten Mal. 20 Sekunden. Alternativ hätte ich ihn auch mit einer Diskokugel erschlagen oder ihn durch die nicht so kugelsichere Scheibe eines Separees erledigen können. Egal, der Plan lässt sich jetzt nicht mehr ändern. 10 Sekunden. Gleich wird es ernst. 5 Sekunden. Da ist er. Gerade als sich meine Zielperson erleichtern will, hallt das Knacken brechender Halswirbel durch den gefliesten Raum. Doms lebloser Körper wandert ebenfalls in den Schrank. Eilig verlasse ich die Toiletten und fluche innerlich: Ein Rausschmeißer an der Bar hat meine Tarnung durchschaut. Er fragt nach meinem Namen. Ich antworte mit einem Neustart der Mission.

 
Dishonored: Oh Discordia!
Geschrieben von: polyneux   
Freitag, den 07. Dezember 2012 um 11:00 Uhr

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altJingleball: So mit 15 oder 16 hatte ich meine wilde Zeit. Mein älterer Bruder und ich schlichen damals im Industriegebiet von Magdeburg und in den abrissreifen Häusern der lebloseren Stadtteile umher, um noch alte Wertsachen für Flohmärkte oder ähnliches zu finden. Mal mehr und mal weniger erfolgreich, verkauften wir dann den Krempel. Ein Mal fanden wir tatsächlich einen sehr alten Geldschrank, zwar ohne Inhalt und schon etwas rostig, aber das Ding sah echt klasse aus. Ich weiß nicht wie es heute ist, aber damals konnte man sich mit dem Zeug noch gut ein paar Taler verdienen.

Ein paar kleine Spoiler gibt es hier, also das schonmal vorweg...

 
Baldur's Gate selbst enhanced
Geschrieben von: Chris   
Montag, den 03. Dezember 2012 um 11:00 Uhr

Baldur's Gate Not Enhanced Edition

Fast drei Jahre Arbeit stecken laut Trent Oster in der vor kurzem erschienenden Baldur's Gate: Enhanced Edition. Ein Großteil der Zeit wird dabei für die Portierung des Spiels nach iOS und Android draufgegangen sein. Doch so sehr wir uns auch freuen, dass man diesen Klassiker nun auf Tablets spielen kann, so ausgelassen wir auch feiern, weil Baldur's Gate back to the Mac kommt, beim Blick auf die Ankündigung der PC-Version will keine rechte Freude aufkommen. BG:EE wurde an heute übliche Bildschirmauflösungen angepasst, dafür hat man einige Interface-Elemente neu gestaltet. Zusätzlich gibt es anscheinend drei neue Reisegefährten mit jeweils etwa vier Stunden neuer Inhalte und einen generalüberholten Multiplayermodus für dieses Spiel, bei dem der Multiplayer nie irgendwen interessiert hat. Und das ist alles?

Dafür bekommt man die PC-Version nicht über die üblichen digitalen Vertriebskanäle wie GoG oder Steam, sondern nur über Beamdog, das, oh Wunder, Trent Oster gehört. Zwanzig Dollar hätte man gerne dafür, also etwa doppelt so viel wie für die Tablet-Version, in der doch deutlich mehr Entwicklungsarbeit stecken dürfte. Das ist auch doppelt so viel wie das klassische Baldur's Gate und sein Nachfolger ganz regulär bei GoG kosten. Und wartet nur, bis GoG den nächsten Black-Isle-Gedenktag ausruft, dann gibt es die Klassiker teils für unter vier Dollar.

Warum man unter diesen Umständen so viel Geld für die Enhanced Edition ausgeben sollte, bleibt rätselhaft, zumal für die alten Infinity-Engine-Spiele sehr gute, teils bis heute gepflegte Mods verfügbar sind, die nicht nur Fehler und Schwachstellen der Originale ausbügeln, sondern sie teils um dutzende Stunden neuer Spielinhalte bereichern.

Wir widmen uns deshalb heute auch nicht der Enhanced Edition, sondern enhancen uns die originale Baldur's-Gate-Reihe mit ein paar wenigen Mods einfach selbst.

 
Emotionen
Geschrieben von: Stiftnürsel   
Donnerstag, den 29. November 2012 um 16:53 Uhr

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Als ich zum ersten Mal von „The walking dead“ hörte, begegnete ich ihm mit Ignoranz. Ich habe weder die Comics gelesen noch die Serie gesehen. Warum sollte mich dann ein Videospiel interessieren, das auf diesem Stoff basiert? Ich sage es gleich: Ich habe lange nicht mehr so falsch gelegen wie bei dieser ersten Vermutung. „The walking dead“ funktioniert auch ohne Kenntnis besagter Medienprodukte. Und wie! Selten hat mich ein Spiel so emotional gepackt wie dieses. Während ich diese Zeilen schreibe, kämpfe ich mit meiner Wut, meiner Trauer und meiner Verzweiflung. Ich hatte viel erwartet, schließlich begann ich das Spiel erst nach Erscheinen der letzten Episode und wenn man während der Wartezeit im Internet unterwegs war, kam man an Meinungen und Kommentaren anderer Spieler nicht vorbei. Überall las man über Emotionen. Dies ließ mich das Schlimmste befürchten. Aber das? Ein solches Ende? Niemals. Ich kann und will das nicht akzeptieren.

Die Stärke des Spiels ist die Entscheidungsfreiheit des Spielers. Nein, nicht jede Tat hat letztendlich eine große Auswirkung auf die Hauptgeschichte. Aber es fühlt sich so an. Vor manchen Entscheidungen würde man gerne ein paar Minuten verweilen und nachdenken. Aber dafür bleibt keine Zeit. Das Spiel setzt einen unter Zeitdruck. Das Bauchgefühl übernimmt die Kontrolle. Und man muss mit dem Resultat leben (wenn man nicht zurückspult und sich das Spiel damit kaputt macht). Oft ist keine der eingeschlagenen Richtungen gut. Man wählt das kleinere Übel. Und am Ende sieht man das Resultat und fragt sich, ob man richtig gehandelt hat.

Im folgenden Text gehe ich auf meine Entscheidungen ein. Ich bespreche Episode für Episode, bis ich an meinem Ende angelangt bin. Vorsicht: Das Ende wird alles andere als schön werden. Vielleicht weicht es auch von eurem ab. Ich weiß nicht, wie viele Enden es gibt. Ich will mir die Illusion meiner selbst konstruierten Geschichte nicht zerstören. Zunächst muss ich das Gesehene noch verdauen.

 
World War Zoo
Geschrieben von: Zwerg-im-Bikini   
Montag, den 26. November 2012 um 20:11 Uhr

Wenn wir nicht nur davon ausgehen, dass 2012 tatsächlich die Jahre der Menschheit gezählt sind, sondern auch davon, dass die an Reinkarnation glaubenden Religionsgemeinschaften richtig lagen, dann möchte ich in meinem nächsten Leben bitte keine Milchkuh sein. Tokyo Jungle hat mir nämlich gezeigt, dass meine Überlebenschancen in einer postapokalyptischen Metropole dann nicht sonderlich hoch wären. Der gemächlichen Kuh ziehe ich einen Geparden vor. Oder wenigstens einen Zwergspitz. Die sind nämlich eigentlich gar nicht die putzigen Schoßhündchen, als die sie uns Nintendogs verkaufen wollte!

 
Gedudelhiphop mit Frustgarantie
Geschrieben von: Stiftnürsel   
Mittwoch, den 21. November 2012 um 15:50 Uhr

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Vor einigen Tagen saß ich am PC und spielte „Trackmania 2“. Um mich ein wenig von diesem nervenaufreibenden Leben auf der Überholspur abzulenken und mich zu beruhigen, ging ich einkaufen. Lebensmittel sind leider ein wichtiges Mittel, um das Überleben eines Menschen zu sichern. So begab ich mich also zum nächstgelegenen Supermarkt. Als ich diesen fast erreicht hatte, kam mir ein junger Mann entgegen, der ein Sixpack in der Hand hielt. Als wir auf gleicher Höhe waren, gab die Bierverpackung dem Wunsch der Flaschen nach Freiheit nach und ließ sie frei. So trafen die Flaschen nach Tagen in Gefangenschaft endlich wieder auf ihre Geliebte namens Steinboden und platzen vor Freude. Der junge Mann dagegen platzte vor Wut. Und rief laut „Hurenscheiße“.

 
Vier rechts, zwei links, WRC 3
Geschrieben von: Chris   
Dienstag, den 13. November 2012 um 19:00 Uhr

WRC 3

"... über Kuppe, durch Wasser. Haarnadelkurve links! Nicht schneiden!" Zu spät. Ich hatte bereits das Lenkrad eingeschlagen und die Handbremse angezogen. Statt elegant um den Baum herumzudriften, dekoriere ich ihn mit meinem Kotflügel. Neustart.

Was ich an Rallyespielen mag: Es gibt nur die Strecke, das Auto und mich. Und den Beifahrer, der einen Hauch zu spät "Nicht schneiden!" sagt. Kein Gedränge am Start, keine Rowdys, die einem in die Seite fahren, keine KI-Sonntagsfahrer, die vor Kurven prinzipiell auf Schrittgeschwindigkeit herunterbremsen. Nur die Strecke. Das Auto. Ich. Das hat etwas Urtümliches. Mann gegen ungezähmte Natur. Man versucht, halbwegs die Kontrolle über den Wagen zu behalten, während man mit waghalsiger Geschwindigkeit über zerfurchte Schotterpisten jagt, die man im wirklichen Leben wohl bestenfalls mit Schrittgeschwindigkeit befahren würde. Wenn man nicht zufällig wirklich Rallyefahrer ist. Der Kampf um Kontrolle macht gute Rallyespiele aus, wie das Intro zu WRC 3 korrekt feststellt.

 
Manchmal kommen sie wieder ...
Geschrieben von: SpielerZwei   
Mittwoch, den 07. November 2012 um 10:03 Uhr

Die Spieleindustrie hat sich, wie so manch anderes, inzwischen auch den Trend zum Remake in Hollywood abgeschaut. So wie ich die Überschrift dieses Beitrags. Die unspannendste, aber für den Käufer auch risikoärmste Spielart ist das "HD-Remake". Da werden Klassiker inhaltlich und spielerisch weitestgehend unverändert grafisch aufgehübscht. Und weil Videospiele in der Regel deutlich schlechter altern als Filme, ist dies eine durchaus legitime und zudem relativ kostengünstige Möglichkeit, jüngeren Spielern alte Spiele nochmal zu verkaufen. Doch selbst in diesem relativ sicheren Segment bekommt man teilweise trotzdem richtigen Schrott untergejubelt, wie die Silent Hill HD Collection kürzlich wieder zeigte.

Für mich persönlich deutlich spannender sind da die "richtigen" Remakes, die sich auch nicht scheuen, neben der Grafik auch weitere Aspekte des Originals einer Generalüberholung zu unterziehen. Zwei Vertreter dieser Kategorie, auf die ich mich dieses Jahr persönlich sehr gefreut habe, waren die Remakes der beiden Strategie-Klassiker XCOM: Enemy Unknown und Carrier Command: Gaea Mission. Aber solcherlei Vorfreude kann auch ganz übel enttäuscht werden, wie beispielsweise das diesjährige Syndicate-Remake bewies...

 
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