| Vier rechts, zwei links, WRC 3 |
| Geschrieben von: Chris | |||||||||||||||||||||
| Dienstag, den 13. November 2012 um 18:00 Uhr | |||||||||||||||||||||
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"... über Kuppe, durch Wasser. Haarnadelkurve links! Nicht schneiden!" Zu spät. Ich hatte bereits das Lenkrad eingeschlagen und die Handbremse angezogen. Statt elegant um den Baum herumzudriften, dekoriere ich ihn mit meinem Kotflügel. Neustart. Im Oktober schrieb die Edge über das langsame Wegbrechen des Mittelfelds zwischen Indie- und Blockbuster-Spielen. Nur sehr gute Spiele zu entwickeln, die auf Metacritic ein paar Prozentpunkte hinter den Bestplatzierten bleiben, reicht scheinbar nicht mehr aus. Der Artikel untermauert das an Beispielen wie Binary Domain, mir kam die Sache allerdings wieder in den Sinn, als ich mich vor zwei Wochen auf die Jagd nach WRC 3 machte. Das kann wirklich nur finden, wer explizit danach sucht. Im örtlichen Fachhandel kann man froh sein, wenn man irgendwo ein Exemplar entdeckt, und auf Steam ist das Spiel derzeit ernsthaft nicht verfügbar, weil es erst an Greenlight vorbei muss. Dabei ist WRC 3 nicht nur praktisch das einzige Rallyespiel, das dieses Jahr überhaupt erschienen ist, es ist über weite Strecken auch durchaus gelungen. Als Neuling lässt man die WRC Experience aber besser erst mal links liegen und widmet sich der Road to Glory. Das ist der Karrieremodus des Spiels, aber versteht das Wort bitte weniger im Sinne dessen, was Codemasters in DiRT oder GRID auf die Beine stellte, sondern im Sinne des guten, alten Colin McRae Rally 2005. Ihr kriegt keinen Wohnwagen. Über ein mit etwas Comicgrafik aufgehübschtes Menü, in dem man Autos und Strecken auswählt, die man in Rennen Stück für Stück freischaltet, geht das kaum hinaus. Mit nervigem Dubstep in Menü- und Ladebildschirmen, ein paar Spaß-Events und Begriffen wie "Ultimate Battle" versucht man, sich eine Scheibe vom DiRT-Stil abzuschneiden, das wirkt aber eher bemüht. Dennoch erfüllt die Road to Glory ihren Zweck: Man lernt die Strecken zuerst entspannt mit schwächer motorisierten Wagen kennen und steigert dann allmählich den Schwierigkeitsgrad. Neue Strecken und neue Wagen sorgen für Abwechslung und stetig neue Herausforderungen. Das klappt so gut, dass es schwer fällt, den Controller aus der Hand zu legen. Hey, da fehlte mir nur eine halbe Sekunde für Platz 2 und damit genügend Punkte, um Wales freizuschalten! Gleich nochmal! Irgendwann ist man dann so weit, dass man sich hinüber zur WRC Experience trauen kann.
CMR 05 hatte nicht die beste PS2-Grafik, aber man erkennt zumindest deutlich, wie Wasser nach links und rechts spritzt. In Bewegung sieht das zugegebermaßen eindrucksvoller aus. Hier ein Screenshot einer ähnlichen Szene aus DiRT 2.
Okay, die Brauntöne sind unappetitlich, aber es wird ordentlich Wasser aufgewirbelt. Darum geht's. Und jetzt schauen wir uns mal an, was passiert, wenn man in WRC 3 durch Wasser fährt.
Ich stehe da nicht einfach so im Fluss rum. Ehrlich, ich bin ziemlich schnell unterwegs. Wer mag, darf bei Google nachschauen, wie es aussieht, wenn echte Rallyeautos durch Wasser pflügen. Aber bitte nicht gleich anfangen zu weinen. Der dazugehörige Soundeffekt von WRC 3 klingt übrigens, als hätte mal jemand kurz den Wasserhahn aufgedreht. Fairerweise muss man sagen, dass das die Ausnahme ist und der Sound im Regelfall sehr gut kommuniziert, auf welcher Art Untergrund man gerade unterwegs ist. Nur hier nicht. Vom Widerstand, wenn man mit 1,2 Tonnen Automobil quer durch einen Wasserlauf heizt, spürt man sehr wenig. Was uns zum letzten, entscheidenden Punkt bringt: WRC 3 hat kein überzeugendes Force Feedback. So gut die Fahrbahnen auch aussehen, so gut der Sound meist funktioniert, am Controller spürt man kaum etwas davon. Wenn doch mal irgendetwas rüttelt, versteht man nicht, wieso. Ausnahmen wie die Holzbrücken in Argentinien oder das Kopfsteinpflaster in Mexico bestätigen die Regel. Am Lenkrad fällt das nicht ganz so ins Gewicht, weil hier neben der Simulation des Bodenbelags auch Lenkwiderstand, Fliehkräfte und so weiter simuliert werden. Am Gamepad bleibt nicht viel. (Bonusinformation für PC-Spieler: Wie ich erstaunt feststellte, als ich nach mehreren Stunden mit der PS3-Version zurück ins Arbeitszimmer wechselte, funktioniert das Force Feedback mit dem Xbox-360-Gamepad am PC mindestens zwei Klassen besser und ist hier, wenn auch keine Offenbarung, so zumindest kein Problem. Erklär mir das einer.)
Gut für euch: Namco Bandai hat uns gestattet, das zweite Promo-Exemplar (PC) an einen unserer Leser zu verschenken. Erklärt uns einfach bis Freitag, 18:00 Uhr in den Kommentaren, warum ihr WRC 3 gerne hättet. Der beste Kommentar gewinnt. Kommentare (17)
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13.11.2012 |
Berndi:
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| Das hier ist der beste Kommentar. Und meine Frau hier, ist auch der beste Kommentar. Ich liebe Rennspiele. Ich hatte sie alle und habe sie heute noch. Ob Mario Kart, Test Drive, Stunt Car Racer, GT Legends, Dirt - nennt einen Titel und ich habe ihn gespielt und (wahrscheinlich) geliebt. Ich würde auch WRC3 lieben, ehrlich. Großes Schwör und so Kram. Force Feedback? Wer braucht das schon? Ich brauch nur was zum Lenken und Gasgeben, wenn ein Rumpelmotor dabei ist, warum nicht. Also, gebt das Promo-Exemplar nicht nur in gute Hände, gebt es in die besten Hände. Gebt es in meine Hände. Danke! |
13.11.2012 |
Alliser:
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Hm. Also. Das Schöne bei dem (bislang noch Infrage zu stellenden Erhalt dieses) Spiel(es) ist, daß ich mich als Gelegenheits-Trackmania-Fahrer kaum umzustellen brauche. Auch dort fahre ich gegen die Zeit, gegen Geisterfahrer (...naja) und muß mich nicht um das in die Seiten knallende Fahrverhalten im digitalen Straßenverkehr sozialisierter Halbtagsspacken aufregen. Es ist nur ich und das Auto und die Zeit, die tickende Sau, die dreckige. Natürlich ist das jetzt eher ein Grund die DVD nicht zu erhalten, aber da ihr ja wisst, wie arcadig-unterhaltsam es in Trackmania zugeht und ihr Vorsorge treffen wollt, daß, sofern ich eines Tages wieder ein reales Kfz auf geteerten Straßen mit ihren Gummibaumalleen und durch (!) Myriarden an entgegenkommenden alternativ-realen Geisterfahren bewege, ich mich zumindest dann bereits auf ein gewisses naturalistisch-physikalisches, autoiges Fahrverhalten gewöhnen konnte. Also ist die Versorgung meinerseits mit diesem Datenträger und all seinen darauf enthaltenen kryptischen Befehlszeilen durch euch eigentlich Pflicht. Weiß der Teufel, wie die Kür aussieht. Guten Abend. |
15.11.2012 |
Hazamel:
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Meine Güte, sind wir genügsam geworden. "Bis zu 5 Minuten" als freudiges Ereignis einer Rallye-Sim. Das war bei RAC Rally Championship anno 1996 ja eine Sprint-SS. ;) Der Normalfall waren irgendwas um die 10 Minuten. Und die Krönung eine Königsetappe über 30+ km. Man ist gefühlt ewig durch den Wald geprügelt. Die Chance sich so eine Etappe einzuprägen war gleich null. Sowas sollte man in zeitgemäßer Grafik nochmal wieder in Angriff nehmen. Ich fand den Wechsel von Rallye zu bunter Sammelladen von McRae auf DiRT damals auch sehr schade. Im Grunde brauch ich den Rest gar nicht. Mir geht es wie Chris: Bei sowas will ich mich, das Auto und die "Straße". Und ja, ich bin alt, ja ich spiele schon so lange Rallye-Spiele und ja, ich schreie laut hier wenn es darum geht, WRC3 einfach zu bekommen, statt vom Videospielhändler meines Vertrauens seltsam angeschaut zu werden. |
18.11.2012 |
Hazamel:
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Juhu! Ich freu mich! ...auch wenn die Kommentarbox meine Antwort auf die Antwort zweimal gefressen hat! |
20.11.2012 |
Missingno.:
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Man hätte ja auch noch erwähnen können, dass es alle Kommentare bezüglich der Verlosung aufs Siegertreppchen geschafft haben. :D Und für die Transparenz wäre es schön zu wissen, wie die anderen auf der Puschel-Skala abgeschnitten haben. P.S.: Arme Kommentarbox. Wenn ihr so viel Mist ertragen müsstet, würdet ihr doch auch ein bisschen Spaß haben wollen. |
20.11.2012 |
Hazamel:
| @Chris: das ist eher eine Art Wettbewerb. Thema "Meine schlimmsten Momente mit der Kommentarbox" |
22.11.2012 |
Starvision:
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Himmel, hätte ich doch bloß mehr Zeit zum Daddeln. Beim Lesen dieses Artikels war ich vor meinem inneren Auge wieder bei Collin McRae und der Asphalt-Strecke, wo man sich zwischen Berg (rechts) und tiefen Abgrund zum Wasser (links) mit der Handbremse durch die Serpentinen gefädelt hat. Ich muss Chris da zustimmen. Es ist sehr angenehm, sich nur mit sich und der Straßen auseinanderzusetzen. Insbesondere, wenn man entweder über Holperstrecke rumpelt oder mit der Handbremse den Asphalt bearbeitet. Die KI, die nach einem Schubser gegen den Brückenpfeiler nur 20 Sekunden bis zur Rückkehr in meinen Rückspiegel braucht, macht mich eh nur verrückt. |
23.11.2012 |
3ba:
| Meiner Ansicht nach stand Rally bei Dirt schon im Fokus. Jedenfalls beim ersten Teil. Die anderen habe ich nicht gespielt. |
27.11.2012 |
UncleHo:
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Eigentlich habe ich WRC3 noch auf meiner "zu kaufen" Liste.. Eigentlich, wenn ich nicht so ein verdammt großes Backlog an Spielen hätte.. Aber hat mich das jemals abgehalten? Eher nicht. Ich hab die Demo auf der PS3 drauf. Und ehrlich gesagt, fand ich die ziemlich genial.. erst nicht so, aber nachdem ich auf Cockpitsicht umgeschaltet hatte.... woah.... Ging mir der Stift.. Auf dem großen Fernseher und dann in halsbrecherischen Tempo die Strecke lang... ich glaube, ich brauch das Spiel. Denn das war schon ein Erlebnis wie lange nicht mehr. Ich versteh nicht, dass das Genre nicht mehr so gut läuft.. das ist doch eigentlich Adrenalin pur? Aber vielleicht ist das heute von den oberflächlichen Werten einfach zu unspektakulär... wieviele wollen heute noch alleine eine Strecke langprügeln? Muss ja alles mit gaaaanz viel Action sein und am besten überall noch Live-Mitspieler... |
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