| That wildcat behind the wheel |
| Geschrieben von: Chris | |||||||||||||||
| Mittwoch, den 19. Januar 2011 um 08:00 Uhr | |||||||||||||||
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Schätzungsweise einhundertvierzig Personen haben am jüngsten Sproß der Gran-Turismo-Reihe mitgearbeitet. Darunter müssen so einige Fans von Progress Quest gewesen sein. Anders lässt sich kaum erklären, wie es der B-Spec (mal wieder) ins Spiel geschafft hat, ein Modus, bei dem man, anstatt selbst zum Lenkrad zu greifen, der KI beim Fahren zuschaut. Bevor wir uns in die B-Spec-Events stürzen können, müssen wir einen KI-Fahrer erstellen. Die Eigenschaften des Fahrers werden dabei – wie in Progress Quest – zufällig zusammengewürfelt. Passen sie uns nicht, würfeln wir so lange erneut, bis uns das Ergebnis zusagt. Ich spiele kurz mit dem Gedanken, einen Fahrer zu erschaffen, der eklatant gut bremsen und sonst eigentlich gar nichts kann, habe aber kein Würfelglück. Mein Fahrer bekommt stattdessen einen besonders guten Wert im Kurvenfahren. Auch der Name des Fahrers wird zufällig aus einer großen Nachnamen-Datenbank gefischt. Ich würfle im dritten Anlauf “S. Bullock” zusammen. Mein Nachbar findet das unheimlich komisch, denn Gran Turismo 5 ist das weibliche Geschlecht im Grunde unbekannt. Im sexistischsten Spiel des letzten Jahres gibt es ausschließlich männliche Fahrer. Ich beschließe, es trotzdem bei dem Namen zu belassen. Bei ersten Versuchen auf der Rennstrecke stellt sich Sandra leider nicht allzu geschickt an. “Sicher, dass mit ‘Kurven’ ihr Skill und nicht ihre Figur gemeint ist?”, ätzt der Nachbar. Vier verschiedene Kommandos kann man den Fahrern zufunken: Fahr schneller, fahr langsamer, behalt die Geschwindigkeit bei, überhole. Ein praktischer Effekt der Kommandos lässt sich kaum ausmachen. Sicher überholt Sandra ab und zu mal irgendwen, manchmal sogar kurz nach dem entsprechenden Kommando. Aber hätte sie den anderen nicht auch überholt, wenn ich nichts gesagt hätte? Man stelle sich einen breit grinsenden, kleinen Japaner vor, überglücklich, weil von Millionen GT5-Spielern auf der ganzen Welt nicht ein einziger bemerkt hat, dass er (der grinsende Japaner) vergessen hat, die Kommandos tatsächlich irgendwie mit der KI zu verkabeln. Deshalb hat er seinen Job noch. Richtig notwendig sind die Kommandos glücklicherweise nicht, es gibt nämlich eine weit einfachere und nachvollziehbarere Möglichkeit, Einfluss auf den Rennausgang zu nehmen: wir tunen Sandras Karre bis zum Anschlag. Wer im A-Spec-Modus schon etwas weiter fortgeschritten ist und eine entsprechend gut gefüllte Garage hat, kann sich hier bedienen und Sandra für das Kleinwagen-Rennen den Ferrari leihen. Damit ist sie ziemlich sicher schon am Ende der Startgeraden auf Platz 1. Was sollen die anderen Fahrer in ihrem Corsa oder Punto auch machen? Mehr Interaktion seitens des Spielers ist in den nächsten fünfzehn Minuten nicht erforderlich. Man muss erst wieder aufs Knöpfchen drücken, um den Gewinn abzuholen und das nächste Rennen auszuwählen. Was ich getan habe, während Sandra Rennen fuhr:
Das Einzige, was mit der Zeit nervt, ist, dass man alle Viertelstunde halt doch mit dem Spiel interagieren und ein neues Rennen auswählen muss. Könnte Polyphony mit einem zukünftigen Patch nicht so eine Art Batch-Modus einführen? Damit wäre man ein deutliches Stück näher am Geist von Progress Quest. Ich könnte Sandra morgens auftragen, zwanzig Mal den Oldtimer-Weltcup zu fahren, während ich arbeiten gehe. Sie verdient virtuelles Geld, während ich die realen Moneten heranhole. Hätte das nicht was? Nein. Wahrscheinlich nicht. Wahrscheinlich seid ihr inzwischen, so wie auch ich, zu dem Schluss gekommen, dass der B-Spec völliger Quark ist. Erst ein langer Nachmittag mit Lebkuchen und Dresdner Christstollen Ende Dezember hat mich eines Besseren belehrt. Gran-Turismo-Fans beim Kaffeetrinken. Natürlich will jeder von uns selbst ans Steuer, andererseits sind mit Fett, Schokolade und Puderzucker beschmierte Finger nur begrenzt Controller-tauglich. Und siehe da: der B-Spec-Modus rettet uns. Sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass Sandra mal nicht nach zweihundert Metern schon auf dem ersten Platz oder hoffnungslos abgehängt ist, sondern sollte Sandra ausnahmsweise um einen Platz auf dem Treppchen kämpfen müssen, dann ist der B-Spec plötzlich spannend! Da wird mitgefiebert! Da wird angefeuert! Ich würd’s nicht glauben, hätte ich es nicht selbst erlebt. Tags:
Kommentare (10)
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19.01.2011 |
Manu:
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Habe vor 10 min mit Progress Quest angefangen. Bin immer noch Level 1. Wie lange braucht das zum Durchspielen? |
19.01.2011 |
Marco:
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Tunen bis zum Anschlag ist eine Möglichkeit. Es gibt aber Rennen, wo Tunen alleine nicht reicht, weil die Restriktionen zu hart sind, oder die Fahrer zu doof sind, z.b. auf dem Oval. Und da haben die Kommandos doch tatsächlich ne Auswirkung, ob man's glaub oder nicht. Der Wettbewerb um den echten SLS aus der Signature Edition wird übrigens auch im B-Spec ausgetragen, und da kommts auf das richtige Kommando in jeder Kurve an, um ein paar Zehntel rauszuholen. B-Spec ist halt das Grinden für den Rennspielfan. Zum Aufleveln, Geld verdienen oder sich einfach nur die Grafik beim Telefonieren anzuschauen. Aber da GT5 an sich ja schon nicht so gut weggekommen ist, kann man auch nicht erwarten, dass der durchschnittliche NFS spieler das versteht |
19.01.2011 |
Pascal:
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Ein toller Algorithmus, der die allgemeine Awesomeness von Rennen ermittelt und bei entsprechend hoher Punktzahl das Replay versteckt im hintersten Winkel der Festplatte speichert, das dann von einem speziellen Replaymodus, der "Mach mal was" oder so heißt, abgespielt werden kann, sowas wäre doch mal toll. < / schachtelsatz > Progress Quest ist übrigens mein Nicht-Zeitfresser Nummer 1. Hab hier noch irgendwo das Savegame eines Charakters, der ungefähr Level drei Milliarden hat. (Habe übrigens das System überlistet, dass euer Kommentar-System keine Steuerzeichen zulässt. Ätsch.) |
20.01.2011 |
Marco:
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nein, aber ich kenne jemanden, der sie hat. und sein B-Spec level ist/war 40 (weiß gar nicht ob's da nen levelcap gibt). PS: ich hab lvl 23. |
21.01.2011 |
Holger:
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Ne Engelsgeduld braucht man, wenn man sich den Spacken anschauen muss, während er Ich lass den losfahren und schalte dann auf Fernsehen/Film/Buch und schenk mir das Trauerspiel. Reicht normalerweise auch. Kritiker könnten jetzt fragen, warum ich überhaupt B-Spec fahre. Naja, wenn er Lvl 35 ist, gibts das beste Auto im Spiel. Kann man zwar auch über die Vettel-Challenge kriegen, nur halte ich die (für mich) ohne Lenkrad für utopisch. edit: GT Anywhere my ass. |
21.01.2011 |
Holger:
| Keine Ahnung wie der genau heisst, halt dieses RedBull F1 Auto. Hab mir den mal bei Youtube angeschaut, mit dem richtigen Fahrer am Steuer ballert der mit über 400 durch Kurven, in denen meine bisherige Vmax bei unter 250 liegt. |
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