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Enk leistet Starthilfe für Neu-Duke-ianer: Die Duke Nukem Reihe, ursprünglich als Jump'n'Run begonnen, mutierte mit dem dritten Teil Duke Nukem 3D zum Egoshooter und setzte damit einen Meilenstein dieses Genres. Zwar waren Egoshooter 1996 nicht mehr neu, nach Wolfenstein 3D hatte 1993 Doom für den Durchbruch gesorgt. Das besondere an Duke Nukem 3D war allerdings die Kombination aus einem flüssig spielbaren Shooter mit einem extrem coolen Setting, das die nötige Portion Selbstironie beinhaltete und sich sehr mutig politisch unkorrekt gab. Duke Nukem war der obercoole Actionheld, immer für einen one-liner gut, gerne sexistisch, eine grotesk übersteigerte Mischung aus Schwarzenegger, Stalone und Bruce Willis. Das war mal was ganz anderes als die finster-düstere Stimmung der Genre-Konkurrenten Doom oder Quake. Zwar gabs auch beim Duke 'ne Menge fieser Monster und brutaler Gefechte, aber nie ohne entsprechenden comic relief durch einen coolen Spruch des Meisters, eine versteckte Anspielung oder eine Referenz auf Popkulturikonen wie Indiana Jones. Und dass alles technisch auf der Höhe der Zeit.
Spannend und neu bei Duke waren nicht zuletzt die Freiheitsgrade. Man konnte nicht nur wild um sich schießend durch die Level rennen, sondern nebenbei auch viele Dinge in der Duke-3D Welt tun, die nichts mit Level und Story zu tun hatten: die Toilette benutzen, in den Spiegel schauen ("damn, I'm looking good"), Stripperinnen Dollarscheine zustecken (die dann bereitwillig zeigten, was sie hatten), einen Duke-Nukem-Flipper spielen ("I have balls of steel"), oder, Krönung der Selbstreferenzialität, auf einem herumstehenden Computer oder einem Spielautomaten Duke Nukem spielen (oder auch nicht "I don't have time to play with myself").
Grobi spielt direkt mal den Klugscheißer: Lieber Enk, ich kann mich täuschen, aber meines Erachtens ist "Duke Nukem 3D" ein paar Monate vor "Quake" erschienen. Ist aber auch egal, denn es gibt in einem Level einen Trigger, der ein Erdbeben auslöst und ein Haus einstürzen lässt, wozu der Duke nur eines seiner Wortspiele raunt: "I ain't afraid of no quake." Und womit? Mit Recht! Die Duke-Grafikengine bekam zwar nur so ein Pseudo-3D gebacken, mit viel Getrickse haben die Designer da aber eine funktionierende Illusion hingezaubert. Wenn man wie ich ein bißchen mit dem Leveleditor herumgespielt hat, konnte man leicht feststellen, dass es zum Beispiel gar nicht möglich war, richtig dreidimensionale Strukturen wie zum Beispiel mehrere Räume übereinander herzustellen. Das war einfach technisch nicht drin und wurde in den Profilevels nur mit Hilfe von allerhand Flickwerk umgesetzt. "Smoke and mirrors" sagt der Engländer dazu.
Kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, sowas. Carmacks "Quake"-Engine war dagegen astreines, "echtes" 3D. Wie auch die Gegner echte räumliche Figuren waren und nicht bloß platte Bitmaps wie bei der Konkurrenz von 3D Realms. Und natürlich stammte der Soundtrack bei id aus der Feder von Trent Reznor. Aber dann hörts auch schon auf. Schließlich ist das hier ein Duke Nukem-Polyvieux. Und ausserdem war der Duke wesentlich cooler. Punkt. So eine schamlose Zurschaustellung von Splatter, Testosteron und Sexismus hat man im Jahr 1996 nicht alle Tage gesehen. Ich war damals noch nicht komplett volljährig, aber ich kann mich erinnern, dass ich mit einem Freund zu einer dieser furchtbaren sonntäglichen Computer- und Spielebörsen (ein Umschlagplatz für Hardware, Software und Porno-CDs, also der natürliche Lebensraum des Nerds) in die ferne Kreisstadt gefahren bin, um genau dieses Spiel zu erstehen. Ich werde wohl nie vergessen, wie uns der Verkäufer mit den Worten "ungeschnitten und mit richtig viel Blut" die riesigen Pappverpackungen in die Hand gedrückt hat. Gegen den entsprechenden Einwurf einer nicht mehr zu rekonstruierenden Menge Deutschmark, natürlich. Diese unbekannte Menge Geld für ein Computerspiel anzuhäufen, war als Schüler kein Pappenstiel, aber für uns war es damals glasklar, dieses Spiel auf jeden Fall durch Kauf in unseren Besitz bringen zu müssen.
Jetzt kommt kurz die Masche "Opa erzählt vom Krieg", denn damals war die Zockerwelt noch in Ordnung und manche Publisher folgten der für Spieler äusserst angenehmen Gewohnheit, Probeversionen zu veröffentlichen, die diesen Namen mehr als verdient hatten. Als wir uns damals mit Geldscheinen bewaffnet auf die Reise zu diesem Markt gemacht haben, waren wir nicht aufgebrochen, um die Katze im Sack zu kaufen. Jede einzelne Mark war bewusst angespart worden und sollte in etwas investiert werden, was wir schon kannten und dessen erste Episode wir bereits bis zum Ballerspielefingerkrampf gespielt hatten. Nö, keine Raubmordkopie.
Damals war es einfach Usus, die erste Episode (also einen lose zusammenhängenden Haufen Levels, der ein Kapitel formte) als Public Domain zu veröffentlichen. Das geht zurück bis in die Vor-"Doom"-Zeit. Wir reden hier nicht von einer zeitbeschränkten Demo, in der man das Tutorial oder 20 Minuten des ersten Levels spielen kann, sondern von dem kompletten Paket. Vielleicht waren nicht alle Waffentypen enthalten, aber für lau gab es ein paar kurze Stündchen professionellen Spielspaßes. Damit vergleichbar wäre vielleicht, wenn Rockstar heute eine komplette Insel ihres GTA - Liberty City mit den ersten fünf Missionen, aber nicht allen Waffen und Fahrzeugen frei veröffentlichen würde. Aber das ist undenkbar, denn dann könnte der gemeine Spieler sich seine Meinung ja anhand des lebenden Objektes selbst bilden.
Damals war ich auch noch nicht des Zockens übersättigt, es gab technische und spielmechanische Innovationen am laufenden Band (man verzeihe dem wehmütig übertriebenden Gejammer eines alten Manns), Spiele mit Macken waren noch Spiele mit Charme und natürlich hatte der Schüler von Welt genügend Zeit, seine Gewaltspiele mehrere Male durchzuspielen. Und es lohnte sich, denn die Welt von Duke Nukem 3D steckte voller Details, Witze und Anspielungen. Und in ein halbes Dutzend "gibs" zerplatzende pig cops waren ein merkwürdig befriedigendes Erlebnis. Vor allem, wenn im Hintergrund Metal dröhnte.
Und solche bescheuerten Dinge wie die Schrumpfkanone hat die Welt nicht mehr gesehen, von dem damals noch frischen Umgebungen und Levelideen ganz zu schweigen. Hey du! Wann hattest du deine letzte Spieleschiesserei in einem Pornokino? Siehste, das meine ich! Bei dieser überbordenden Kreativität und Grenzensprengerei war es fast zwangsläufig, dass sogar unkreative Pfeifen wie ich dazu gebracht wurden, sich mit den alles andere als intuitiven Editoren auseinander zu setzen, um ihre eigenen Levels zu bauen. Egal, ob die jemals von einer dritten Person gespielt werden. Ach. Those where the times…
Enk grätscht kurz dazwischen: Hmm… Wo genau behaupte ich, dass Duke vor Quake erschienen ist?
Grobi erwidert: Du behauptest es nicht direkt, aber der Satz "Das war mal was ganz anderes als die finster-düstere Stimmung der Genre-Konkurrenten Doom oder Quake" impliziert es. Allerdings war Quake schon lange angekündigt und jeder konnte sich denken, worum es ging, also ist das eigentlich nur Haarspalterei. Ich brauchte halt einen Einstieg. 
SpielerDrei kann nicht mitreden (ein unverzeihlicher Lapsus für den prototypischen Obernerd schlechthin): Ich hab den Duke nie gespielt. Als ich meinen ersten eigenen PC hatte, gabs schon Quake. Und als ich noch nen fremden PC zur freien Verfügung hatte, gabs dort nur das eine verbotene Spiel mit Nazis, das andere verbotene Spiel mit Triaden und das dritte verbotene Spiel aufm Mars.
Christian kann auch nicht mitreden (aber das wundert ja niemanden. Auch nicht, dass er natürlich trotzdem seinen Senf abgeben muss): Dass Ihr auch immer PC-Spiele nehmen müsst… Wo ich meinen ersten eigenen PC doch erst ab 2003 hatte, nach 3 Jahren Nutzung einer alten Gurke im elterlichen Haus. Mein erstes eigenes PC-Spiel war vermutlich Need for Speed: Underground oder C&C Generals (ja, die indizierte Fassung), oder so. Davor hab ich nur Age of Empires 2 und die Demo von Red Faction spielen können (und vorher nur bei Freunden so Sachen wie Monkey Island 2, Wing Commander oder Red Baron… Laaaaaang ist's her). Von Duke Nukem habe ich eigentlich nur Manhattan Project, oder wie das hieß, gespielt. Eines der Side-Scroll Jump'n'Runs. Lag mal der Gamestar bei, damals, als ich sie noch gelesen habe. Da Jump'n'Runs auf dem PC aber seit jeher Scheiße sind (Steuerung und so, you know?), war ich davon nicht so recht begeistert. Auch wenn's vom Leveldesign und vor allem vom Humor her natürlich gut gemacht war.
Meine Erinnerungen daran sind auch löchriger als Schweizer Käse, in dem eine Mäusebande haust. Aber egal. Eigentlich habe ich doch schon alles gesagt: Jump'n'Runs auf dem PC funktionieren nicht, aber der Humor war cool. Fertig 
SpielerDrei kann nun doch noch etwas Nerdwissen aus dem Ärmel zaubern: Hey, stimmt ja, das habe ich gespielt (sogar getestet, haha). Zwei Fakten über das herrliche Project Manhattan-Spinoff: Die Entwickler, Sunstorm Entertainment, dürfen mit dem zweifelhaften Ruf leben, mit der Veröffentlichung von Deer Hunter ein ganzes furchtbares Untergenre losgetreten zu haben, und anstatt Health gabs in Project Manhattan Ego, welches nicht nur durch handelsübliche Medkits, sondern auch das Befreien von Geiseln und dem Töten von Gegnern stieg. Diese Mechanik, in ähnlicher Form auch in den Fear Effects zu finden, begeistert durch die Verschlankung aufs Wesentliche und erlaubt überdies das Überleben in noch so medkitfreien Zonen, was der Spielbalance zugute kommt. Würde ich zu sehr abschweifen, wenn ich jetzt noch auf mein Lieblingsbeispiel der Gesundschrumpfung zu Sprechen käme, namentlich dass man in Legend of Zelda 1, anstatt dass man in Shops Pfeile kauft, einfach pro Bogenschuss einen Rubin abgezogen kriegt? Wahrscheinlich.
SpielerZwei stößt dazu: Christian, Dein Steuerungs-Argument gegen Jump'n'Runs auf dem PC ist super. Aber neuerdings - so etwa seit 20-25 Jahren - kann man ja auch Gamepads an so einen PC anschließen… Ich habe auf dem PC diverse Jump'n'Runs mit Pad gespielt und sehr viel Spaß gehabt: Pandemonium, Earthworm Jim, Commander Keen, Rayman, und, und, und.
Christian erwidert: Papperlapapp, alles Schnickschnack. Gamepads haben an PCs nichts verloren. Ach ja: Ich hatte übrigens immer einen SmartJoy-Adapter für mein Playstation-Pad im Haus, so dass ich das auch am PC nutzen konnte. Aber ich glaube, das hatte nicht so richtig gewollt, mit dem Duke. Vielleicht war das Spiel ja auch doch Mist und ich hatte einfach keine Lust mehr. Oder ich hatte zuviel anderes Zeug in der Warteschleife. Oder, oder, oder… Keine Ahnung. Jedenfalls ist es nicht großartig hängen geblieben.
SpielerZwei wedelt mit der Kultschaufel: Wahrscheinlich hat wirklich jeder Spieler den jahrelangen Hype um den Duke mitbekommen, ob er nun wollte oder nicht. Duke Nukem 3D ist ein absolutes Kultspiel. Daher war die jahrelange Entwicklungs- und Verschiebungsorgie des Nachfolgers auch immer mehr als nur ein Treppenwitz in Gamerkreisen. Ja klar, wir haben alle unsere "When it's done!"-Witze gemacht, aber zumindest diejenigen unter uns, die damals den Release von Duke 3D miterlebt haben, waren trotz all des absurden Gebarens seitens 3DRealms bis zum Schluss doch irgendwie gespannt und hatten hohe Erwartungen an Duke Nukem Forever. Alle, die das Gegenteil von sich behaupten, wollen nur einen auf Cool machen.
Die jüngeren Gamer werden sich indes so manches Mal gefragt haben, was denn überhaupt so toll ist, an diesem Duke, diesem Dolph Lundgren-Imitat aus der First-Person-Shooter-Steinzeit? – Die technische Seite war es jedenfalls nicht, wie Grobi schon ausgeführt hat. Hier hatten id software mit ihrer damals brandneuen Quake-Engine ganz klar die Nase vorn. Aber in so ziemlich allen anderen Punkten war Duke Nukem 3D das coolere Spiel: Die hirnverbrannt-witzige Story von den Aliens, die alle heißen Chicks der Erde entführen wollten, das bis heute wegweisende Leveldesign, das unglaublich kreative Waffenarsenal (inklusive Schrumpfkanone und Gefrierstrahl), die innovativen Gadgets (Jetpack, Holo-Duke, etc.) und vor allem der blonde Muskelmann mit der Sonnenbrille und den markigen Onelinern.
Duke Nukem war, wie Enk schon richtig festgestellt hat, kein Surrogat, sondern ein Extrakt des 90er Jahre Action-Film-Helden. Und das in einem Videospielgenre, das bis heute eine erschreckend kurze Liste von wirklich erinnerungswürdigen Protagonisten mit tatsächlichem Identifikationswert vorzuweisen hat! Ich meine: Sah wirklich irgendjemand den geklonten Doom Space Marine oder die Blassnase Gordon Freeman jemals als sein Alter Ego an?!
Das mit Abstand sympathischste an der Figur Duke Nukem war, dass er sowohl seine Gegner, als auch sich selbst nicht ernst nahm, was ebenfalls eine deutliche Analogie zum Action-Kino der damaligen Zeit ist. Jede noch so absurde Over-The-Top-Situation im Spiel kommentierte der Duke mit zynischen und selbstironischen Sprüchen. Hätte er für jedes seiner weltberühmten Zitate einen Dollar ins Phrasenschwein werfen müssen, er wäre selbst als Millionär niemals über die Shareware-Episode hinausgekommen… Und auch wenn das Spiel in so vielen wichtigen Bereichen Videospielmaßstäbe gesetzt hat (unvergesslich z.B. der größte Endgegner, den es bis dahin jemals in einem Game gegeben hatte), so wird er für mich vor allem immer eines bleiben: Der absolut coolste Videospielheld aller Zeiten! Hail to the king, baby!
Christian, Miesepeter, der er ist, wagt es, die spielgeschichtliche Bedeutsamkeit des Dukes in Frage zu stellen: Beim Duke wirft sich mir ja unterm Strich vor allem eine Frage auf: Hatte er eigentlich über seinen Status als Running Gag einer ganzen Generation hinaus irgendeine spielerisch oder geschichtlich bedeutsame Position innerhalb des Mikrokosmos Games? Vielleicht ist die Frage ja unglaublicher Frevel, aber wenn ich mal versuche mich zurückzuerinnern, in welchem Zusammenhang mir der Duke wirklich im Gedächtnis hängen geblieben ist bzw. welcher Art er von sich Reden gemacht hat, dann komme ich immer bloß auf die never ending story und das Hickhack rund um eine vermeintlich jeden Augenblick bevorstehende Veröffentlichung von Duke Nukem Forever. Das aber, zugegeben, in allerhöchst unterhaltsamen Ausmaßen. Auf spielerischer Ebene frage ich mich allerdings: war da was? – Schade auch zu sehen, wie 3D Realms sich nach dem offiziellen Aus des Dukes mit immer neuen VÖ-Meldungen zu Duke Nukem Forever lächerlich macht. Ekelhaft.
Enk ist milde erzürnt: Du hast recht, diese Frage ist unglaublicher Frevel.
SpielerZwei kann's nicht glauben: Vor allem, da Enk, Grobi und ich eigentlich schon erklärt haben, warum Duke3D ein sehr, sehr wichtiges Spiel war. 
Christian legt es unbedingt auf Schläge an: D… D… Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ich Eure Artikel wirklich lese, oder? 
SpielerZwei entgegnet: Natürlich nicht. Wirke ich so naiv auf Dich? 
Puschel versucht die Diskussion wieder in geordnete Bahnen zu lenken: Ich würde ja gerne noch etwas hinzufügen, nur mir fällt nichts Wesentliches mehr ein. Vielleicht finde ich noch die Packung, lege sie halbgeöffnet in die herausgezogene Schreibtischschublade, atme den Duft der Vergangenheit ein und meine Erinnerungen fliessen in Proust'scher Manier dann aus mir heraus… Man konnte nach oben sehen, man konnte sich im Spiegel sehen, man konnte die Umgebung zerstören (zumindest sehr genau umrissene Teile der Umgebung), die Umgebung veränderte sich (Stichwort Raketenstart), die Geheimgänge waren deutlich interessanter als auf einer bekannten Mondbasis, man fand dafür unter anderem einen "doomed space marine", Peep Shows (inklusive der Kabinen) gab's, simulierte Raumstationen, echte Raumstationen, Gewalt gegen wehrlose Frauen, weiße Broncos auf der Flucht… Es war kindisch und gleichzeitig etwas für Erwachsene, ob für kindische Erwachsene oder erwachsene Kinder, ich weiss es nicht. Großes Kino, man muss aber dabei gewesen sein, denn heute ist es ohne Nostalgiebonus bestenfalls lachhaft. Das Los eines Revolutionärs, dessen Leistungen von den zwanzig folgenden Revolutionen zur Fussnote degradiert wurden.
Daniel schwelgt in träumerischer Erinnerung: Ich schließe die Augen. Als ich sie wieder öffne bin ich 9 Jahre alt. Ich stehe im Zimmer meines Bruders und schaue über seine Schulter auf den 15" Röhrenbildschirm. Der Duke reißt gerade einem großen Alien den Kopf ab, lässt die Hose fallen und verrichtet sein Geschäft in dessen Hals. Ich blinzle und springe einige Jahre in die Zukunft. "Hast du eigentlich noch irgendwo Duke Nukem 3D rumliegen?", frage ich meinen Bruder in seiner ersten Wohnung. "Ne, das habe ich mal jemandem ausgeliehen und nie zurückbekommen." Schade, denke ich.
Wenn der Duke ruft, kommt sogar SpielerVier aus seiner Höhle gekrochen, um dieses Polyvieux mit seinen abschließenden Worten zu segnen: Jaaa, der Duke… Damals habe ich Erscheinungsterminen von PC-Spielen noch gar nicht entgegengefiebert. Irgendwann kam dann mal ein Kumpel vorbei, der mir von diesem neuen, unglaublich coolen Spiel erzählte, bei dem man Gegner einfrieren/schrumpfen und zertreten kann. (Es war übrigens der gleiche Kumpel, der mir Doom und Quake zukommen ließ. Vielleicht hätte mein Leben eine überraschend positivere Entwicklung erfahren, wenn ich mich schon damals von ihm ferngehalten hätte). Jedenfalls war das Teil schnell alsbald gestartet und entfaltete einen Spaß-Faktor erster Kajüte. Technisch fand ich das Teil damals richtig beeindruckend, mit seinen Spiegeleffekten und der an manchen Stellen zerstörbaren Umgebung. Den Humor fand ich damals aufgrund noch nicht völlig ausgereifter Englischkenntnisse zwar ganz nett, manche feinsinnigen Bonmots des Duke sind aber dennoch entgangen und entfalteten erst weit nach Release ihre volle Wirkung.
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