| The Grindhouse Of The Dead |
| Geschrieben von: polyneux | |||||||||||||||||||||||
| Samstag, den 07. März 2009 um 06:58 Uhr | |||||||||||||||||||||||
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Falls es noch jemand nicht mitbekommen hat - in der beliebten Lightgun-Shooter-Serie namens The House of the Dead ist ein aktueller Spross für Nintendo Wii erschienen. Das gute Stück wurde mit dem Untertitel Overkill versehen und konnte so in dieser Art und Weise wohl nur im Fahrwasser der "Grindhouse"-Filme von Quentin Tarantino und Robert Rodriguez entstehen. Naja, eigentlich ist es 0% "Death Proof" und 100% "Planet Terror". Overkill atmet diesen Film - von der Marketingkampagne bis zum Abspann. Mit einer übergroßen Liebe zum schäbigen Detail, die alleine schon Grund genug ist, Geld über den Tresen wandern zu lassen. Vorrausgesetzt, der Käufer kommt damit klar, dass alle Schundregler auf 11 gedreht worden sind. Das Blut spritzt literweise, die Zombiemutantengegner fallen sehr schnell auseinander und die Frequenz, in der das Wort "Motherfucker" benutzt wird, treibt "Scarface" heim im Muttis Arme. Weint ihr beim Anblick der ersten Frames, die die Worte "Our Feature Presentation" zeigen, vor Glück? Ein "Missing Reel"-Gag bringt euch zum sabbern? So gehet hin und importieret! The House of the Dead: Overkill ist nicht in Deutschland erschienen.
“The House of the Dead: Ovvvverrrrkilll. It’s not just good ... it’s fucking delicious.”, ruft mir das Spiel schon im Menü entgegen.
Nachdem meine Kollegen schon vorgelegt haben, erspare ich euch weitere Beschreibungen des Titels. Festhalten können wir schonmal: Überleben in den Modi "normal" und "Directors Cut": Null fordernd / Grindhouse Flair / Gore Galore.
The House Of The Dead: Overkill ist einfach großartig! Groß-Ar-Tig! Der Grindhouse-Style mit all seinen Absurditäten und seinem krankem Humor ist natürlich das Geheimnis dieses Spiels. Ein besonderes Lob geht dabei an den super-coolen Soundtrack, aber auch das Voice-Acting, die detailverliebte Levelgestaltung voller Genrezitate und die äußerst sympathische Selbstparodie des Spiels hinterlassen einen rundum positiven Gesamteindruck. Dabei nimmt es dem ebenfalls sehr guten Wii-Rail-Shooter Resident Evil: Umbrella Chronicles spielerisch nicht sehr viel. Aber die genial-trashige Präsentation im Stil der 60er- und 70er-Schundfilme, die nicht einmal Tarantino und Rodriguez vor zwei Jahren dermaßen authentisch hinbekommen haben, macht Overkill zu einem absoluten Must-Have-Titel! Und das nicht nur für die wenigen erklärten Rail-Shooter-Fans...
Rail-Shooter haben es ja in den letzten Jahren nicht leicht: Sie sind irgendwie aus der Mode gekommen, werden teilweise sogar beschimpft. Dabei weiß ich wirklich nicht, was eigentlich gegen einen guten Vertreter dieses Genres einzuwenden ist. Wer sie nur als „beinamputierte Ego-Shooter“ sieht, ist, mit Verlaub, ein Depp. Man bezeichnet Rundenstrategiespiele ja auch nicht ernsthaft als „Echtzeitstrategie für geistig Langsame“ oder Adventures als „kastrierte Rollenspiele“, oder?! Und wenn es eine Plattform gibt, die geradezu nach guten Rail-Shootern schreit, dann ist es die Wii. Keine andere Plattform bietet eine Lightgun out-of-the-box! Es ist mir ein Rätsel, warum diese Konsole nicht regelrecht mit Titeln dieser Art überschwemmt wird... Anyway, zurück zu Overkill:Die sieben Kapitel sind in 3-4 Stunden durchgezockt und obendrein ist das Spiel auch noch recht einfach. Der Director’s Cut ist, abgesehen von ein paar zusätzlichen Szenen und der Beschränkung auf drei Continues, eigentlich auch nur das Gleiche in Grün. Warum sollte man dafür ernsthaft 40-50 Euro ausgeben? Nun, zunächst einmal, weil das Spiel in Sachen „Trash & Fun“ seinesgleichen auf der Wii bisher vergeblich sucht. Das wäre für mich tatsächlich schon Grund genug, aber ich bin auch ein kranker Idiot. Darüber hinaus, Holger hat es schon erwähnt, ist der eigentliche Witz am Gameplay nicht, es einfach nur durch die Kapitel zu schaffen, wie es beispielsweise bei RE:UC der Fall ist, sondern lauter cooles Zeugs und neue Modi frei zu spielen sowie natürlich auf combo-lastige Highscore-Jagd zu gehen. Hinzu kommt noch ein nicht unerhebliches Mehrspieler-Potenzial, das seinerseits wiederum sehr vom schrägen Humor des Spiels profitiert. Zusammen mit ein paar Kollegen unter Alkoholeinfluss THOTD: Overkill zu spielen, ist schon echt ein Erlebnis der besonderen Art! Alles in Allem besitzt das Spiel also einen wirklich hohen Wiederspielwert. Und das kommt von jemandem, dem freischaltbarer Extra-Content oder Highscore-Listen in Spielen sonst meist kilometerweit am Arsch vorbei gehen...! Headstrong Games haben hier für SEGA das meiner Meinung nach absolut beste House Of The Dead der ganzen Serie geschaffen. Gleich danach kommt für mich The Typing Of The Dead, aber das gehört ja nicht einmal zum offiziellen THOTD-Kanon. Der Rest der Serie hat mich eigentlich nie so recht vom Hocker gehauen. Lediglich die Lightgun-Automaten hatten einen gewissen Charme.Interessanterweise ist Overkill storytechnisch ein Prequel zur eigentlichen Serie, welches noch vor dem Originalautomaten von 1996 spielt. Dass es dabei gleichzeitig auch eine Parodie der Teile 1 bis 4 darstellt, die sich ja selbst recht ernst genommen haben, ist schon ein Geniestreich für sich. Ich wünsche mir auf jeden Fall ein weiteres THOTD von den Briten, denn so gut und spaßig war noch kein Zombie-Rail-Shooter! Aber auch wenn sie ihre Drohung wahr machen und zunächst einmal eine Fortsetzung von SEGAs Virtua Cop-Reihe basteln, bin ich sehr gespannt. Auch hier handelt es sich um eine Rail-Shooter-Serie, die mich bisher wenig begeistern konnte, aber die Jungs von Headstrong haben bei mir jetzt einen Stein im Brett... Kommentare (11) |
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Grobi:
Ich bin kein dezidierter Railshooter-Experte und bei meinem Testspiel bei Holger war bereits die automatische Shotgun freigespielt. Mir kam Overkill dadurch recht leicht vor - natürlich gerade auch im Zwei-Spieler-Modus. Mit dem erwähnten Schießprügel kann man die Levels ziemlich einfach mit der guten alten "einfach nur in den Raum holzen"-Methode freiräumen, nur erreicht man so im Kombo-System nichts, lediglich durch Kombos hagelt es Punkte. Die Geduld und Konzentrationsfähigkeit aufzubringen, für die Kombopunkte einen Treffer nach dem anderen zu landen (also nicht danebenfeuern, liebe Kinder!), erhöht die Herausforderung dann auch. Dabei handelt es sich schließlich auch um den heiligen Gral der Spielmechanik. Trotzdem bleiben die Endgegner leider auch viel zu einfach. Natürlich helfen schwerere Geschütze beim Bosskampf ungemein, aber die Kämpfe sind schon im Kern unglaubliche No-Brainer. Die Trefferzonen werden deutlich markiert und dann heisst es: Draufhalten. Dazu kommen noch ein paar technische Unzulänglichkeiten in Form von mehr oder weniger derben Rucklern. Es gibt sicherlich Lightgun-Ballereien, die ihr Geschäft noch etwas gekonnter transportieren und auf den Punkt bringen. Aber ich weiss, wann ich Spass habe. Und ich kann euch sagen: Mit etwas Gerstenkaltschale serviert, ist The House of the Dead: Overkill die
Daniel:
Holger:
Wirklich anspruchsvoll wird Overkill erst mit dem Abschluss des "Directors Cut", jetzt kann man nämlich im "dual wield" Modus spielen. Anspruchsvoll wird es zumindest für mich, da mein Zielverhalten mit links eher heiter bis wolkig ist. Und dann noch die relativ unbequeme Haltung der Wiimote - spätestens jetzt liebäugelt man mit der Anschaffung eines offiziellen
SpielerZwei:
Anyway, zurück zu Overkill:
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