| Die Hoffnung stirbt zuletzt! |
| Geschrieben von: SpielerZwei | |||
| Sonntag, den 07. Januar 2007 um 11:44 Uhr | |||
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Ist die Wii die erste Konsole, auf der man First Person Shooter endlich gescheit spielen kann? Reinrassige Konsoleros haben zu diesem Thema natürlich eine gänzlich andere Meinung, aber jeder, der schon mal ein FPS-Game am PC per Maus und Tastatur gespielt hat, wird mir sicherlich beipflichten, dass das Ganze mit einem herkömmlichen Gamepad völlig behelf ist.
Man spielt mal wieder irgendeinen austauschbaren Army-Trottel, der nicht das geringste Identifikationspotential besitzt und auf nichtssagenden Schlachtfeldern dumm von Punkt A zu Punkt B läuft, ohne wirklich zu wissen warum. Es ist zwar richtig, dass dies bei den Vorgängern noch schlimmer war, aber ändert nichts daran, dass CoD 3 immer noch totalen Kernschrott in Sachen Missionsdesign und Hintergrundgeschichte darstellt. Und das vielgelobte „Mittendrin-Gefühl“ muss mir auch mal jemand genauer erklären. Klar, ich bin mittendrin im... äh... chaotischen Kugelhagel. Das ist schon eine tolle Sache! Noch nie da gewesen! Grandios! Und wenn einem sonst nichts einfällt, aber man ja unbedingt das Spiel vom wichtigen Anzeigenkunden loben muss, dann kann man auch noch herausstellen, dass es sogar mehrere verschiedene Waffen in diesem Shooter gibt... Ok, ich will an dieser Stelle mal meine polemischen Attacken abbrechen und zum eigentlichen Problem von CoD 3 kommen, denn alles Vorangegangene gilt auch für die Versionen auf den anderen Systemen und hält nachweislich trotzdem kaum Leute vom Kauf dieses mehr als überflüssigen WWII-Shooters ab. Die Wii-Steuerung wurde total in den Sand gesetzt. Wie auch die beiden anderen Spiele, zu denen wir noch kommen, setzt auch CoD 3 auf ein System, das den Bildschirm in mehrere Vierecke aufteilt. Im inneren Viereck wird gezielt, ohne dass sich die Blickrichtung ändert. Geht man mit dem Fadenkreuz weiter an den äußeren Rand des Bildes, so schwenkt der Blick in die entsprechende Richtung. So weit, so gut. Bei CoD 3 klappt das aber leider überhaupt nicht. Auf offenen Schlachtfeldern kann man sich mit passivem Vorgehen noch gerade so durchschlagen, auch wenn das Zielen und Umherblicken völlig nervig ist. Befindet man sich allerdings innerhalb eines Gebäudes, so bricht pure Chaos aus. Man will sich schnell umdrehen, um ein paar Gegner hinter einem zu erledigen und taumelt in völliger Orientierungslosigkeit durch die Gegend. Ich kann nicht einmal erklären, woran es genau liegt, aber diverse Änderungen der Steuerungsoptionen brachten keine spürbare Abhilfe. Mit dem Verändern der Empfindlichkeit bzw. der Blickgeschwindigkeit war es jedenfalls nicht möglich, die Vollrauschsimulation in den Griff zu bekommen. Man kann sich das Ergebnis in etwa so vorstellen, wie wenn man einen absoluten Anfänger an einen PC-Shooter setzt: Ständig schwenkt der Blick wirr umher und bleibt nicht selten an Decke oder Boden hängen. Aber auch der Rest der Steuerung ist zum Weglaufen. Ob es sich um das Werfen von Handgranaten oder das Fahren mit den Vehikeln handelt: Alles fühlt sich falsch an! Und die extra in die Wii-Version eingebauten Nahkämpfe sind entweder ein perverser Witz des Scrubs-Hausmeisters oder die endgültige Bankrotterklärung der Entwickler, denn sie sind in ihrer Sinnlosigkeit und Unnatürlichkeit kaum zu überbieten! Als Sahnehäubchen erweisen sich hier die eingeblendeten Kurzanweisungen, welche schlichtweg keinen Sinn ergeben und den Frust nur noch auf die Spitze treiben.
Auch die anderen Stärken der PC-Version, die Physik und Gegner-KI, hat man... ähm... einfach weggelassen. Die Gegner sind laufende Toastbrote und spielrelevante Physik in irgendeiner Form war gar nicht erst auszumachen. Und zu guter Letzt musste auch das offene Map-Design des Originals über den Jordan gehen und einem Schlauch weichen. Wer versucht, abseits der Straßen und Wege durch den Dschungel zu schleichen, landet nach wenigen Metern vor einer Wand aus hässlich-groben Palmen-Texturen.
Die Steuerung ist ähnlich gut wie die von FCV, nur dass sie etwas träge wirkt. Anfangs irritiert es einen leicht, dass die Bewegungen nicht so direkt umgesetzt werden, wie man es normalerweise erwarten würde. Die minimale Trägheit führt aber keinesfalls dazu, dass sich das Spiel unpräzise steuert. Und nach ein bis zwei Stunden mit Red Steel fällt es einem kaum noch auf, denn alles andere macht die Steuerung wirklich richtig. Das Werfen der Granaten, das Öffnen der Türen, das Aufnehmen und Nachladen der Waffen – alles per Nunchuck-Bewegung ausgeführt – funktioniert prima. Das Zoomen der Waffen, indem man die Wiimote vor und zurück bewegt, finde ich ebenfalls sehr gelungen. FarCry Vengeance benutzt übrigens das gleiche Zoom-Schema, setzt es aber leicht ungenau um, so dass man schon sehr heftige und schnelle Bewegungen ausführen muss, um den Zoom überhaupt zur Aktivierung zu überreden. Gut, die Katana-Einlagen sind wirklich nur wildes Herumgefuchtel mit der Wiimote und dem Nunchuck, machen aber trotzdem Spaß. Wie auch bei Zelda: TP wäre es natürlich viel cooler gewesen, wenn man tatsächlich die Schwertbewegungen 1 zu 1 ausführen könnte, aber als KO-Kriterium sehe ich diese Kleinigkeit nun wirklich nicht. Aber für die Puristen unter Euch wird bestimmt bald auch ein reines Wii-Samurai-Spiel auf den Markt kommen. Da gehe ich jede Wette ein...
Mein Fazit ist, auch für mich, etwas überraschend, denn der Titel mit den schlechtesten Kritiken ist tatsächlich der bisher beste Wii-Shooter: Red Steel von Ubisoft. Red Steel hingegen ist ein mittelmäßiger Shooter, der insgesamt sehr altbacken und unzeitgemäß wirkt, aber durch die gelungene Wii-Steuerung viel gewinnt und tatsächlich richtig Spaß macht. Die Zukunft der Konsolen-Shooter ist RS natürlich bei weitem noch nicht, aber ein netter Ausblick auf das, was hoffentlich noch kommt, wenn es mal jemand ganz richtig macht. Red Steel ist so ähnlich wie Wii Play und Wii Sports: Von zukünftigen Titeln erwartet man eindeutig mehr (und ich habe keine Zweifel, dass in der Wii auch noch wesentlich mehr drin steckt), aber als Titel zum Konsolen-Release ist es durchaus spaßig und kann durch den derzeit noch vorhandenen „Cool, ey!“-Bonus der Steuerung durchaus begeistern. Aber bevor ich hier missverstanden werde: Keiner der drei getesteten Titel ist wirklich richtig gut! Red Steel lässt nur am ehesten erahnen, in welche Richtung es bei Shootern auf der Wii gehen soll/muss. Derzeit kann ich Red Steel noch als Start-Titel für alle neugierigen Wii-Besitzer empfehlen, die mal sehen wollen, wie sich ein Shooter auf der Wii denn generell so spielt. Wer aber ein wirklich rundum gelungenes FPS-Game für die Wii haben möchte, muss vorerst noch darauf warten, dass erst mal eines erscheint... aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt! Kommentare (0)
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Alle Welt schreibt nur noch über die Wii und die entsprechenden Release-Titel. Das hätte ich auch schon längst gemacht, wäre mir nicht der da dazwischengekommen. Natürlich habe ich, wie es sich für einen ordentlichen Nerd gehört, meine Wii schon am 8. Dezember letzten Jahres erstanden, aber das Zocken muss derzeit hinter Windelnwechseln, Bäuerchenmachen, Babykotzewegwischen und dergleichen anstehen. Und weil ich so spät dran bin, schreibe ich auch nicht darüber, wie toll und schick die Konsole ist, oder wie viele Nicht-Spieler ich mit Wii Sports und Wii Play schon begeistern konnte, oder ob die Zukunft der Wii nur in Minispielen á la Rayman Raving Rabbids liegt, oder warum ich Zelda: TP völlig genial finde, obwohl mich die Zelda-Reihe in der Vergangenheit immer relativ kalt gelassen hat.
Fangen wir mal mit dem deutlich schlechtesten der drei Spiele an: Call Of Duty 3 ist totale Grütze! Und das Schlimmste daran ist, dass mir das schon vorher klar war, weil ich WWII-Shooter schon länger generell nicht mehr ertragen kann, die Vorgänger von CoD 3 auch alle totaler Käse waren und das Spiel außerdem schon vorher für andere Systeme erhältlich war, was es sehr wahrscheinlich machte, dass die Wii-Version nur ein halbherziger Port mit aufgepfropfter Wii-Steuerung werden würde. Und alle meine Befürchtungen bestätigten sich natürlich, was den Kauf nachträglich zu einem bewussten Akt des Geldverbrennens machte.
Kommen wir nun zu dem Titel, der von mir persönlich am meisten erwartet wurde: FarCry Vengeance. Das Original-FarCry für den PC halte ich nach wie vor für einen der besten Shooter der letzten Jahre, welcher in vielen Bereichen neue Standards gesetzt hat. Grafik, Physik, KI und Gameplay können selbst nach fast 3 Jahren immer noch begeistern! Umso enttäuschender ist für mich die vorliegende Wii-Fassung. Die Grafik ist ok... wenn man die PC-Version nicht kennt. Sie bewegt sich auf dem Niveau der viel älteren XBox- bzw. PS2-Versionen von FarCry und lässt jeden Kenner der PC-Version leise weinen.
Das Schlusslicht dieser kleinen Übersicht bildet jenes Spiel, das die meisten Negativ-Schlagzeilen einstecken musste: Red Steel. Warum alle Welt an Red Steel herummäkelt, kann ich teilweise durchaus nachvollziehen. Es ist nicht so hübsch, wie man es von einem Wii-Exklusivtitel erwarten könnte, es ist sehr linear im Levelaufbau, die Gegner haben definitiv keinen höheren Schulabschluss und das Szenario im Yakuza-Milieu ist auch nicht jedermanns Geschmack. Außerdem wurde RS anfangs dermaßen als potenzieller Wii-Hit gehyped, dass die Ernüchterung in Anbetracht der fertigen Version bei vielen Leuten zu einer Antihaltung führte. Aber trotzdem sind die miesen Bewertungen, die Red Steel überall bekommt, extrem ungerecht, denn in der Summe ist Red Steel tatsächlich der bisher beste Wii-Shooter! Was auch immer das in diesem erlauchten Feld heißen mag...

