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"The Times They Are A-Changing" wusste schon Bob Dylan und das ist auch bei meiner Entertainment-Infrastruktur nicht anders. Ich bin ein klassischer Computerspieler, immer gewesen. Konsolen waren mir mangels "ernsthaften“ Spielefutters (und auch dank des entsprechenden Freundeskreises aus PC-Zockern) erst suspekt, dann egal und schließlich interessant genug, um in den Zweitgerätefuhrpark aufgenommen zu werden. Jahrelang waren auf Desktopcomputern innovative Spielekracher zu finden. Den Löwenanteil meiner angenehmen Spieleerinnerungen verdanke ich Rechnern mit Betriebssystemen aus Redmond. Oder Maschinen von Commodore, die ich jetzt auch mal infamerweise unter diesem Begriff versammle. Adventures von (damals noch) Lucasfilm, Simulationen von Microprose und Maxis, die ersten Shooter aus dem Hause id. Schreibtisch, Bürostuhl, Monitor (HD seit Mitte der 90er!), Maus und Tastatur waren meine Welt. Ganz richtig, ich verwende die Vergangenheitsform. Auch wenn das jetzt noch nicht so richtig korrekt ist, schließlich schmeisse ich meinen PC nicht plötzlich aus dem Fenster. Und der Wandel war auch kein Moment der plötzlichen Einsicht, sondern ist eher das Ergebnis eines Prozesses jahrelanger Zermürbung.
Ich sehe es einfach nicht mehr ein, alle zwei Jahre mehrere Hundert Euro in die Aktualisierung meines Spielerechners zu stecken. Nachdem vor Wochen die Crysis-Demo über meinen TFT ruckelte und der Zeitreise-Assassine von Ubisoft ohne Mehrkern-CPU gar nicht mehr zum Laufen zu bringen ist, nachdem sich jährlich die Anzahl der wirklich interessanten und spielenswerten Exklusivtitel für Windows immer weiter reduziert, und auch klassische PC-Genres (Runden- und Echtzeitstrategie, Adventures, Rollenspiele) ihren Weg auf die Konsolenplattformen finden, verflüchtigt sich letzten Endes der Nutzen einer teuren Hardware-Investition in meine Schreibtischtätertechnik. Wenn ich in meinen Schrank schaue und nach exklusiven und halbwegs aktuellen Computerspielen fahnde, findet sich dort "STALKER". Punkt. Natürlich gibt’s da noch ein bißchen mehr im Händlerregal. "The Witcher" zum Beispiel hätte noch dazu kommen sollen, aber das habe ich leider nicht gekauft. "World in Conflict"? Kommt für 360. "Civilization"? Revolution. "Geheimakte Tunguska"? Könnte ich auf Wii oder DS spielen. "Half Life 2"? Orange Box für Konsole. EAs "NHL 07"? Für den PC pure Verarschung, wenn man die Next-Gen-Versionen kennt. Was ich exklusiv spielen kann, auch mit Hardware der letzten Generation, sind MMORPGs. Nur - und jetzt verprelle ich den ein oder anderen Leser - das ist spielerisches Ödland. "World of Warcraft" ist ein ziemlich bunter und ziemlich aufgeblasener Chatclient, sonst nix. MMORPGs sind Zeitverschwendung. Zurück zur "Crysis"-Demo und den allgemein gestiegenen Anforderungen moderner Spiele. Ruckel, Ruckel. So bahnte sich also allmählich wieder die Erkenntnis ihren Weg, dass mein PC mit dem Ablauf diesen Jahres hoffnungslos veraltet sein wird. Aus oben genannten Gründen wäre das Kosten-Nutzen-Verhältnis in meinen Augen komplett für den Allerwertesten. Dazu kommt, dass ich in meiner aktuellen Lebenssituation mein Geld lieber für meinen neugeborenen Stammhalter verpulvere, auf dass er Zwei’s Spielkind mal mit 10:0 vom NHL-Eis fegen oder wahlweise bei "Street Fighter 7" vermöbeln kann. Gleichzeitig stand es außer Frage, mein liebstes Hobby einfach so von jetzt auf gleich einzustellen. DS und Wii existieren natürlich auch noch, bei letzterem Maschinchen mit dem akuten Problem, sich die Darstellungszeit auf der Mattscheibe mit den Krimiserien der stolzen Mutter teilen zu müssen. Der PC-Konsolen-Hybrid im überhypten Apple-Weiss aus dem Hause Microsoft ist der Ausweg. Dem guten Stück mit der sensationellen Ausfallquote lassen sich nämlich auch dann hochauflösende Bilder entlocken, wenn man keinen HD-Fernseher sein eigen nennt. Mit einem separat erhältlichen Kabel fallen am anderen Ende ein VGA-Anschluss und ein Pärchen Stereo-Cinch hinten raus. Mein 17 Zöller auf dem Schreibtisch hat freundlicherweise DVI und D-Sub-Anschluss, die ich auch noch parallel betreiben kann. Meine Aktivboxen kann ich mit einer Kupplung von Cinch auf Klinke ebenfalls per Aux-Eingang betanken. Gut, ich "flätze" mich dann zwar immer noch auf dem Bürostuhl und nicht auf der Couch und natürlich sind 17 keine 37 Zoll. Aber ich umgehe oben genanntes Krimi-Problem und habe HD-Auflösungen ohne horrende Kosten, denn ich verwende schon existierende Technik. Und auf die Größe kommt’s nicht so an, ich sitze wie beim PC-Zocken direkt vor der Bildschleuder. "Großartig", dachte ich so bei mir, "dann legste dir ein paar Euro auf die Seite und kaufst dir die 360 im Spätsommer oder Herbst". Tja und dann kam der 29. April 2008, Microsoft strickte angesichts des PS3-Bundles mit heisser Nadel ein eigenes Paket und legte auf jede gekaufte XBOX kostenlos ein "GTA IV" oben drauf. Grobi wurde schwach und ist jetzt stolzer(?) Besitzer der Microsoft-Konsole mit dem absurd hohen Lärmpegel. Die Playstation 3 war übrigens aufgrund der fehlenden Anschlußmöglichkeiten, des höheren Preises und des für mich derzeit noch eher uninteressanten Exklusivkatalogs keine Option. Was nicht bedeutet, dass ich in irgendeiner Weise am Konsolenkiddiekrieg teilnehmen werde. Was ich von "GTA IV" halte, könnt ihr übrigens drüben bei Vier Fäuste erfahren.
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